Jagd auf Radl-Rambos

Die TZ-München bedient sich mal wieder markiger Worte die einzig und alleine einem Zwecke dienen, nämlich etwas mehr Auflage machen.

Unter der Headline „Hier schnappen sie die ersten Radl-Sünder“ lesen wir von 11 Radl-Sündern die aus dem Verkehr gezogen wurden. Wir sind auch gewarnt, dass die Beamten in den nächsten zweieinhalb Wochen immer wieder zu Kontrollen aus- oder anrücken. Ferner erfahren wir, dass Florian Burmeister (19 Jahre), BWL-Student, 100 Euro Bussgeld, dazu 23,50 Verwaltungsgebühr und einen Punkt in Flensburg für einen Rotlichtverstoß berappen musste, ein anderer Radler 25,00 Euro für das Telefonieren mit dem Handy auf dem Fahrrad. Wir erfahren auch, dass Eile meist ein Grund für die Verkehrsverstöße ist und dass 1000 Unfälle mit Radler und ebenso vielen Verletzten der Polizei keinen Spielraum mehr lassen. Fünf Radfahrer sind seit Jahresbeginn ums Leben gekommen, wobei vor allem unaufmerksame Lastwagenfahrern verantwortlich waren.

Das war dann der «TZ-Report über die Schwerpunktkontrolle in der Leopoldstraße».

Leider wird man als Leser nicht über die tatsächliche Situation vor Ort informiert. Z. B. ob die Ampelschaltung für Radfahrer an die der Fußgänger gekoppelt ist und der sogenannte MIV (motorisierter Individualverkehr) evtl. noch eine halbe Minute länger Grün hat. Warum hinterfragen die Journalisten die Situation und die daraus resultierenden Aktionen der Polizei nicht. Irritierend ist auch, dass im Zusammenhang mit Verkehrsvergehen von Fahrradfahrern/innen sehr oft von Rowdys oder Rambos gesprochen wird. Anscheinend lernt man im Journalistenhandwerk nur noch für die Auflage zu schreiben, relevante Informationen sind schnell vergessen und daher zu vernachlässigen. Morgen wir eine andere Sau durch das Dorf getrieben.

Immerhin, unter dem genannten Artikel zeigt uns der «Stau-Alarm in München» den Zeitverlust auf unseren Straßen.
Na, liebe Leser doch ganz gut Fahrrad zu fahren!!!

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