Gelesen – Schwarzbuch WWF

Radfahrer sind ja meist Menschen denen der Umweltschutz wichtig ist und vielen von uns ist der WWF (World Wide Fund For Nature) ein Begriff. Schliesslich ist der WWF die größte Umweltschutzorganisation weltweit und man kennt die Spendenaufrufe auf Plakatwänden oder im Fernsehen zur Rettung der Tiger in Indien oder den Orang-Utans auf Borneo.

Der Journalist Wilfried Huismann, Grimme Preisträger und einer der erfolgreichsten Dokumentarfilmer in Deutschland hat sich auf eine weltweite Spurensuche begeben und Strukturen und Aktivitäten des WWF im „Schwarzbuch WWF“ dokumentiert.

Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda lautet der Untertitel, was angesichts der Verflechtungen der Umweltorganisation mit den weltweit größten Agro-, Gentechnik-, Lebensmittel- und Energiekonzernen noch milde ausgedrückt ist. So versuchte auch der WWF mit allen Mitteln das Erscheinen des Buches, das auf dem Dokumentarfilm „Der Pakt mit dem Panda“ basiert, zu verhindern. Es wurde ein enormer Druck auf den Buchhandel ausgeübt, so dass das Buch anfänglich nur über den Verlag zu beziehen war. Zwischenzeitlich haben sich Autor und WWF geeinigt, einige Textpassagen wurden geändert, jedoch bleiben die Kernaussagen des Buches davon unberührt. Auch mit einer einstweiligen Verfügung gegen bestimmte Inhalte des Dokumentarfilm ist der WWF vor dem Kölner Landgericht kürzlich abgeblitzt.

Huismanns hervorragende Recherche zeigt das andere Gesicht der Organisation die mit dem Panda für das gute Gewissen unserer Wohlstandsgellschaft sorgt. Aber die 500 Millionen Euro Spendengelder jährlich kommen nicht nur von hilfsbereiten Menschen, ein nicht unerheblicher Teil kommt gerade von solchen Unternehmen die vieles im Sinn haben nur nicht den Schutz der Umwelt. Das Ausmass einer gegenseitigen Vorteilsnahme zwischen Industrie und dem WWF ist erschreckend. Darüber hinaus besitzt der WWF beste Verbindungen zur Politik was sich bei vielen Projekten von Vorteil erweist. Wer schon jetzt nicht mehr unbedingt an die Vernunft und an das Gute im Menschen glaubt, wird nach dieser Lektüre noch ein bisschen blasser und sicherlich auch wütender werden.

Letztendlich fungiert der WWF, wie es die Süddeutsche Zeitung treffend ausdrückt, als Grünwaschanlage für eine oft zerstörerische Industriealisierung schützenswerter Natur. An einem Runden Tisch kreiert der WWF zusammen mit Unternehmen eine zertifizierte Vorgehensweise die mit einem Nachhaltigkeitssiegel belohnt wird. Beispiele führt Huismann genug an. Lachs aus Aquakultur, Palmöl, Soja, Holz, Rindfleisch – für alles gibt es ein grünes Wohlfühl-Siegel.

Der WWF rühmt sich für Rettung der Serengeti in Ostafrika, die durch Bernhard Grzimek große Berühmtheit erlangt hatte. Dass 100.000 Massai zwangsumgesiedelt wurden, dass man im Ngorongoro-Krater nun einen elitären Ökotourismus vorfindet (http://www.ngorongorocrater.com/#rates – in der Hauptsaison $ 1.500 die Nacht) und die einstigen Bewahrer des Landes zu einer folkoristischen Begleiterscheinung geworden sind, davon berichtet der WWF nicht. Ähnliches gilt für die eingerichteten Tigerreservate in Indien.

Wilfried Huismann öffnet mit seinem Buch die Augen der Leser und die Urteile der  Gerichte bestätigen die Korrektheit seiner Aussagen. Eine Organisation wie der WWF rettet keinesfalls die Welt. Eher das Gegenteil.

Absolute Empfehlung: Buch lesen!
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Schande übrigens für den Buchhandel, der in vorauseilendem Gehorsam vor angedrohten Klagen eingeknickt ist. Leider beherrschen BWLer und Anwälte die Welt.

hier die Seite des Autors: http://www.wilfried-huismann.de/ 

 

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