CYCLE STYLE

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Der deutsche Fotograf Horst A. Friedrichs portraitiert in Cycle Style das breite Spektrum der Londoner Fahrradszene. Im Vorwort des Bildbandes beschreibt Nick Clement eine Entwicklung die nach dem II. Weltkrieg stattfand. Die ultrakonservative  National Cyclists Union lieferte sich eine heftige Schlacht mit der neu gegründeten British League of Racing Cyclist. Tradition und Moderne kämpften heftig miteinander. Dazu muss man wissen, dass in England eine zeitlang Strassenrennen im Peloton verboten und lediglich das Einzelzeitfahren (Time Trials) als sportliches Kräftemessen erlaubt war. Während die NCU ihren Fahrern einheitlich schwarze Bekleidung für Wettbewerbe vorschrieb, trugen die modernen BLRC-Mitglieder bunte Merino Jerseys.

Diese beiden Gegenpole sind auch heute noch Grundpfeiler nicht nur der Londoner Szene. Aber in der urbanen Fahrradkultur herrscht heute ein einträchtiges Nebeneinander. Von der Knickerbocker bis zur Hotpants, vom handgefertigten Lederschuh bis zum Sneaker, gelebte Individualität verbunden durch das Fahrrad überbrückt alle Unterschiede, auch die Kluft der Zeit.

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Horst A. Friedrichs, der unter anderem für Zeitschriften und Magazine wie Stern und GEO arbeitet, hat mit perfekt inszenierten Portraits und einem feinen Gespür für Details einen wunderbaren Bildband geschaffen. Dass die meisten Portraitierten sich vermutlich ohnehin gerne selbst inzenieren, dürfte unterstützend gewirkt haben. Unbestritten auch, dass Cycle Style mächtig im Aufwind ist. Der im Buch abgebildete Designer und frühere Amateurfahrer Paul Smith avancierte zum Fashion-Mogul. Er entwirft für Marken, wie z. B. die britische Firma Rapha, innovative und hochwertige Bekleidung für Stars im Profisport, Hobbysportler, aber auch für das Radfahren im Alltag. Radfahren hat sich als Lebenstil etabliert.

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Das Buch ist erschienen und erhältlich bei Prestel

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