Butterfahrt – in die Eng

Ahornboden_2

DIE BUTTERFAHRT – es gibt Tage da ist nicht nur alles in Butter, da sind sogar die Beine aus Butter. Als ich gestern morgen über den Harras und die Wolfratshauser Strasse gen Süden kurbelte hatte ich schon dieses »was ist denn heute los« Gefühl. In der frühherbstlichen Kühle fuhr ich über Schäftlarn runter ins Isartal. Beim Bruckenfischer geriet ich schon in Versuchung es vielleicht mit einem Oktoberfestbierfrühschoppen zu probieren und dann gemütlich nach Hause pedalieren. Nix da, das wird schon noch. Diesmal über die Kanalstrecke, vorbei am Wehr, das der Isar den Kanal abzweigt, ging es durch die Pupplinger Au. Nach Ascholding an der Humbacher Steigung schöpfte ich Hoffnung »geht doch garned mal so schlecht«. Mit diesem Gefühl erreichte ich Bad Tölz und fuhr rechts der Isar bis kurz nach Wegscheid wo ich die Isar überquerte und auf Radweg an der B13 Richtung Sylvensteinsee fuhr. Dem Radweg hat man vor dem Damm eine eigene Trasse spendiert. Man quert die B13 und fährt völlig losgelöst vom Verkehr, erst durch Wald, dann steiler hinauf vorbei an Felsen um schliesslich durch einen kurzen Tunnel den See zu erreichen.

In westlicher Richtung über die Brücke passiert man die Ortschaft Fall. Weiter geht es in grossen Wellen bis man nach einigen Kilometern Vorderriß erreicht. Hier kann man über eine Mautstrasse weiter in westlicher Richtung fahrend Wallgau erreichen. Ich folge jedoch der Strasse die nach Süden abknickt und vorbei am alten Zöllnerhaus, immer dem Rissbach folgend, erreiche ich Hinterriss. Dem altehrwürdigen Gasthof zur Post hat man ein hochmodernes Karwendel-Infocenter gegenüber gestellt. Mit meinen müden Beinen bin dankbar für jedes Motiv das sich mir aufdrängt, jeder Photo-Stop ist Labsal für die müden Beine.

Etwas ausserhalb von Hinterriss, das Mauthäuschen passierend (Maut nicht für Radler) sind es noch wenige Kilometer wellig und leicht ansteigend bis zum grossen Ahornboden. Man fährt, vor allem an einem schönen Sonntag, nicht alleine auf dieser Traumstrasse. Jeder möchte seinen Spaß haben. Den teilweise 1200 Jahre alten Ahornbäume ist das egal. Nur wenige Monate im Jahr ist hier soviel Betrieb. Fast am Ende des Talkessels erreicht man dann »die Eng«. Alpencafe Eng und Alpengasthof Eng. Der riesige Parkplatz nimmt alle auf und aus Lautsprechern schallt Musikantenstadl-Sound. Ein Fussweg, fein geteert, führt zur Engalm. Dort lässt sich frische Almbutter und feiner Käse erwerben. Und da kommt sie auch schon – die Rettung – meine bessere Hälfte nebst Schwiegermutter und Nachbarin. Sie sind mit dem Auto gekommen, meine Rückkehr ist gesichert. Nach München zurück hätte ich es heute kaum geschafft. Und hier kann ich auch nochmal wählen und … hab ich nicht eine gute Wahl getroffen?

Dies_oder_Das

die kleine Galerie – hier grüßt das Murmeltier
(klicken vergrössert)

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