DINO BUZZATI beim Giro d’Italia

Dino

Aktuell zur derzeit stattfindenden 97. Italienrundfahrt ist das Buch »DINO BUZZATI beim Giro d’Italia« bei Covadonga erschienen.

Dino Buzzati (1906 – 1972) zählt nicht nur in seiner Heimat zu den bedeutendsten Literaten. Die französische Zeitung Le Monde listet seinen Roman »Die Tartarenwüste« unter den 100 wichtigsten Werken des 20. Jahrhundert. Aber Buzzati war nicht nur Schriftsteller. Der gelernte Jurist arbeitete von 1928 bis zu seinem Tode 1972 als Redakteur bei der Mailänder Tageszeitung Corriere della Sera. Die Zeitung entsendete Buzzati 1949 als Korrespondenten zum Giro d’Italia.

1949 war das Jahr des legendären Duells zwischen dem fünf Jahre jüngeren Fausto Coppi und Gino Bartali. Diese beiden überragenden Fahrer prägten den Radsport ihrer Zeit und ihre Rivalität teilte die begeisterten Fans in die Lager der »Coppisten« und der »Bartalisten«. Als Teil des Giro-Trosses begleitet Buzzati das Peloton auf seinem Weg durch Italien. Seine Reportagen, es sind 25 Texte, dürften wohl einzigartig sein im Sportjournalismus.

Im Kapitel »Weder Coppi noch Bartali machen Halt in Eboli« outet er sich in einem fiktiven Gespräch als »ein totaler Esel, der hier spricht«, der »rein garnichts weiss, was den Radsport angeht«. Und das hat sicherlich seinen Anteil an dem »Glücksfall für Freunde des Sports und der Literatur« wie der Verlag treffend auf der Rückseite des Buches schreibt. Es ist unter anderem dieses Nichtwissen um den Radsport, das Buzzati seine ganz eigenen Betrachtungen erlaubt. Obwohl nahe am Geschehen schreibt Buzzati seine täglichen Reportagen stets aus einer gewissen Distanz. Es scheint dieser Abstand zu sein, der ihm ermöglicht das Ganze zu sehen. Das ganze Land wird zur Bühne. Das Rennen, die Rennfahrer, die Zuschauer, die Landschaften – in den Texten Buzzatis wird der Giro zum Gesamtkunstwerk.

Aufmerksamkeit und Phantasie – er sieht die Gestrandeten der Karenzzeit, die gedrechselten Beine Coppis, Bauern, Mönche und Bravo rufende Mädchen, er hört die Geister am Monte Cassino, den Dialog zweier Olivenbäume und kennt das Klagelied der alten Fahrer. Nichts scheint Buzzati zu entgehen.

Auf die selbst gestellte Frage, ob so ein seltsames und absurdes Unternehmen wie eine Italien-Rundfahrt mit dem Fahrrad einen Sinn hat, lautet die Antwort: »Der Giro ist eine der letzten Städte der Phantasie, ein Bollwerk der Romantik, belagert von den trostlosen Mächten des Fortschritts und nicht willens, sich zu ergeben.

Wer das Duell der Giganten miterleben möchte, wer wissen will was das mit Hektor und Achilles zu tun hat, wer auf ganz großes Kino steht, der kaufe dieses Buch.

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