DAVID MILLAR Auf der Straße

Millar-Auf der Straße

David Millar, ehemaliger Radprofi, hat sein zweites Buch veröffentlicht. Die deutschsprachige Ausgabe ist vor kurzem bei Covadonga erschienen. In »Auf der Straße – Eine Saison im Profipeloton« nimmt Millar den Leser mit, seine letzte Saison als Radprofi 2014 umfassend zu begleiten. David plaudert »aus dem Nähkästchen« und bietet einen einzigartigen Einblick in die »Denke« eines Radprofi.

Exakt schildert er seine Rennplanung, Zielsetzung (Paris-Roubaix, Tour de France, Commonwealth Games, Vuelta a España und die Weltmeisterschaften), die Vorbereitung für seine letzte World Tour Teilnahme und natürlich die Rennen selbst. Dazwischen immer Ausführungen zu Technik, Training, Psyche und Anektoden von Kollegen und anderen Protagonisten. Die Schilderung seines Sturzes bei der Vuelta, die er mit gebrochenen Fingern und gebrochener Rippe beendete, vermittelt deutlich, welche Härte und welche mentale Stärke es braucht um als Profirennfahrer seine Brötchen zu verdienen.

Aber mein Trikot hängt in Fetzen, und überall ist Blut; es ist kaum zu übersehen, dass ich im Arsch bin.

Millar fuhr im Team Garmin als »Capitaine de Route«. Diese Position können nur sehr erfahrene und und mit vielerlei Talenten ausgestattete Fahrer einnehmen. Näher dran als der Sportliche Leiter, muss er das Team zusammenhalten, in der Lage sein das Rennen »zu lesen«, seine Kollegen instruieren und wenn nötig zu motivieren. Aus diesem direkten Blickwinkel erfährt der Leser »was da so abgeht« während der Rennen.

Ich hasse den verfluchten Januar. Der Januar ist grundsätzlich ein richtiger Drecksmonat, weil es kein lockeres Einrollen gibt, sonder gleich alle Systeme hochgefahren werden müssen.

Vom verfluchten Januar über die Frühjahrsklassiker bis zur Vuelta und Weltmeisterschaft zieht David Millar den Leser mitten ins Geschehen, auch seiner eigenen Befindlichkeiten. Ehrlich und schnörkellos geschrieben kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Mir hat das Lesen Spaß gemacht.

Hier ein kurzer Clip von Mailand – San Remo 2014, dessen Ablauf natürlich im Buch beschrieben ist.

David Millar fuhr 18 Jahre im Peloton. Als erster Brite trug er die Leadertrikots der drei Grand Tours, an denen er insgesamt 19 mal teilnahm. Nach einem Dopingbekenntnis (2oo4) und nachfolgender Sperre kehrte er zurück und trat seitdem vehement für einen sauberen Radsport ein.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


WordPress spam blockiert CleanTalk.