München – Walchensee – München

„Keine Regenjacke? Es soll regnen!“
„S’regnet erst heut abend“
„Na gut, du bist erwachsen“

Trüber Himmel, feuchtwarm und leichter Gegenwind. Ich fuhr diesmal nicht über die Olympiastraße Richtung Süden, sondern verließ die Stadt auf Radwegen über den Harras – Pullach, Buchenhain, Baierbrunn nach Hohenschäftlarn. Samstagmorgenruhe und wahrscheinlich sind eh alle in Urlaub. Die Kehren des Schäftlarner Berges runter, Kloster Schäftlarn noch in klösterlicher Ruhe. Ein paar Pedalumdrehungen und über die Kanalbrücke, dann in die Pupplinger Au. Dort ist es noch ruhiger und der Himmel noch trüber. „Sollte Sie recht behalten“? Bei Ascholding erste Tropfen. Weiter, dem Tapferen hilft das Glück. Die Humbacher-Steigung im Wald Richtung Dietramszell, dampfig wie während des Monsun. Das Tröpfeln hat aufgehört und nach Kirchbichl, also ein Stück weiter Richtung Bad Tölz, Entwarnung, aus den Bergen heraus spitzt schon ein freundlicher Himmel. „Komm hierher, hier isses fein“.

Schleichfahrt in Tölz, bis ich die Strecke nach Arzbach finde. Vorbei am Brauneck und Lenggries mit Erinnerungen an die Kindheit. Die ersten Versuche auf Skier. Das erste Lifteln beim Draxl. Der sehr schwere Milchhäuslhang, damals. Lenggries ist auch ein lässiger Ort für schöne MTB-Touren im Voralpengebiet. Gut erreichbar, von München aus genialerweise mit Zug, lassen sich dort schon früh im Jahr erste Höhenmeter sammeln. Bei Bergzeit sind einige schöne Touren beschrieben.
Aber jetzt, das Wetter wird immer besser, es reißt auf! Nach der letzten Möglichkeit auf die B13 zu gelangen biegt die Straße nach rechts in die Jachenau. „Willkommen in der Jachenau – dem Sonnental“ Yep. Es soll einen Hof hier geben, der im Winter vier Monate keinen Sonnenstrahl abbekommt. Aber es ist Sommer, etliche Rennradler kommen mir entgegen, hier in dieser Oberbayernbilderbuchlandschaft. Ich überhole gut gelaunte Tourenradler und die ersten Münchner Cabrios überholen mich. Ich sehe sie bald wieder vorm Gasthof Jachenau. Sie bringen Umsatz, schön.

Wenig später der Beginn der Mautstraße, Radfahrer frei. Was ist das doch für ein billiges Vergnügen und noch cabrioziöser als das teuerste Cabrio. Kurzer Anstieg, kleine Abfahrt, kurzer Anstieg schon bin ich am Walchensee. Gleich nach der Brücke über die Jachen, am Niedernachkraftwerk, stürzt das umgeleitete Wasser des Rißbaches über Stufen in den Walchensee. Auf schmaler Straße geht es nah am Ufer entlang mit tollen Blicken auf das smaragdfarbene Wasser umrahmt von den Bergen bis Einsiedl. Hier wird es unangenehm. Ich biege rechts auf die B11 und „gebe ebenfalls Gas“ um möglichst schnell diesen viel befahrenen Abschnitt hinter mir zu lassen. Bei Urfeld einige Serpentinen hinauf, dann die Abfahrt den Kesselberg hinunter nach Kochel am gleichnamigen See. Nach Benediktbeuern verlasse ich die B11, es wird wieder ruhig. In Bichl ein kurzer Tankstop, über einen Radweg fahre ich vorbei an der Schönmühl, eine urig schöne Kneipe, die, soweit ich weiß auch unter Denkmalschutz steht. Nach Penzberg geht es durch eine Moränenlandschaft bis Beuerberg. Dort folge ich dem Jakobsweg (Radweg) der mich nach Wolfratshausen bringt. Hier nochmal die Serpentinen hoch nach Dorfen und nach einem kurzen, heftigen Zacken rüber nach Berg an den Starnberger See. Hier tobt der normale Wahnsinn eines Sommersonntags. In Percha bin ich davon befreit und in Wangen beginnt der Home-Run. Nach 7 Stunden, 14 Minuten reine Fahrzeit bin ich wieder zu Hause.

Achja, das Gewitter kam dann eine Stunde später 🙂

Schon letztes Jahr hatte ich mir eine externe Stromversorgung für mein Edge 705 gekauft. Bei dieser Tour nun endlich mal getestet, funktioniert wunderbar. Selbstverständlich auch mit anderen Geräten. Es passte gut in die Seite der kleinen Oberrohrtasche von extreme.

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